Die 7 Feinde des Lebens

Geschrieben von: Dennis Rudolph
Donnerstag, 17. Dezember 2015 um 20:06 Uhr

In den USA gibt es eine ganz besondere Organisation. Sie nennt sich SENS Research Foundation und beschäftigt sich intensiv mit Forschungsarbeiten zum menschlichen Alterungsprozess. Dort hat man die "Sieben Todfeinde des Lebens" ausgemacht, welche uns ins Grab bringen. Und man arbeitet bei allen sieben an Gegenmaßnahmen.

Wir haben uns auf dieser Website mit den Gründen für den menschlichen Alterungsprozess beschäftigt. Dabei fielen Begriffe wir Radikale, oxidativer Stress oder auch Telomere. Zu den Themen gibt es jeweils auch eigene Artikel, welche die Begriffe entsprechend erklären. Man kann sich den Alterungsprozess jedoch auch unter einem anderen Blickwinkel ansehen. Und damit meine ich die Sicht der SENS Reserach Foundation. SENS ist eine Non-Profit-Organisation, die von Michael Kope, Aubrey de Grey, Jeff Hall, Sarah Marr und Kevin Perrott gegründet worden ist, und ihren Hauptsitz in Mountain View, Kalifornien hat.

Die Sens-Organisation befasst sich intensiv mit dem menschlichen Alterungsprozess. Man war dort in der Lage das Problem der Alterung auf 7 Punkte zu reduzieren. Demnach gibt es 7 über die Lebensspanne allmählich anwachsende Veränderungen im Körper, die uns krank machen und uns letztlich ins Grab bringen. Sehen wir uns diese Punkte einfach einmal an sowie Strategien sie in Zukunft zu lösen.

Alterung in 7 Punkten

Folgende Veränderungen treten laut der SENS-Forschung während unseres Lebens auf und lassen uns altern:

  1. Extrazellulare Abfälle: Darunter versteht man Ansammlungen von klebrigen, missgebildeten Proteinen, die ihre Funktion nicht mehr erfüllen, sondern Zell- oder Gewebefunktion behindern. Der meiste Müll ist vom Typ "Amyloid" und findet sich im Gehirn von Alzheimer-Kranken. Lösung: In Zukunft sollen Impfungen das menschliche Immunsystem dazu veranlassen diesen Müll zu beseitigen. Details unter AmyloSENS.
  2. Intrazellulare Abfälle: Proteine und andere Bestandteile unserer Zellen werden mit der Zeit als Folge biochemischer Unfälle beschädigt. Diese treten während des normalen Stoffwechsels auf. In vielen Fällen können die beschädigten Teile von Systemen wie den Lysosomen entsorgt werden. Aber in besonders schweren Fällen gelingt dies nicht. Die Folgen sind Herzinfarkt, Arteriosklerose und Schlaganfälle. Lösung: Derzeit laufen Forschungen an Genen aus Bodenbakterien mit denen Enzyme zum Abbau dieser Abfälle gebildet werden sollen. Details unter LysoSENS.
  3. Vernetzung: Im menschlichen Körper kommt es zur Vernetzung von Proteinen. Diese Vernetzung wirkt wie eine Handschelle, die Proteine können sich nicht mehr frei bewegen. Die Blutgefäße werden immer steifer, der Blutdruck steigt (Bluthochdruck) und ein Schlaganfall ist die mögliche Folge. Lösung: Glücklicherweise weisen die Querverbindungen sehr ungewöhnliche chemische Strukturen auf. Diese finden sich in nützlicher Form auch nicht in anderen Proteinen und Molekülen des Körpers. Die Forschung arbeitet an der Entwicklung von Medikamenten bzw. Enzymen, welche diese Vernetzungen wieder aufbrechen. Details unter GlycoSENS.
  4. Zellverlust: Jeden Tag kommt es aufgrund von Beschädigungen zum Verlust von Zellen, ein ausreichender Ersatz von neuen Zellen findet nicht statt. Der Verlust von Neuronen führt zu Krankheiten wie zum Beispiel Parkinson. Lösung: Für die verlorenen Zellen muss Ersatz erzeugt werden. Mehrere Wege werden derzeit erforscht, vermutlich wird es dabei auf den Einsatz von Stammzellen ankommen. Details zu RepliSENS.
  5. Gealterte Zellen: Im Verlauf der Jahrzehnte sammeln sich immer mehr alte Zellen im Körper an. Diese haben die Fähigkeit zur Teilung verloren. Sie verbleiben jedoch am Leben und sorgen zum Beispiel als Fettzellen für Diabetes und erhöhen das Risiko für Krebs. Lösung: Die Entwicklung von Medikamenten welche nur die alten Zellen töten oder zum Selbstmord bringen. Alternativ eine Stimulation des Immunsystems diese alten Zellen zu zerstören. Details unter ApoptoSENS.
  6. DNA-Mutationen: Die tödlichste Folge von Mutationen ist Krebs. Die betroffenen Zellen vermehren sich stark und sterben nicht ab, da die Telomere nicht kürzer werden. Lösung: Entwicklung von Gentherapien um die Gene für Telomerase zu löschen. Im Anschluss die Stammzellen eines Menschen alle etwa 10 Jahre durch solche ohne Gen für die Herstellung der Telomere ersetzen. Details zu OncoSENS..
  7. Mutation Mitochondrien: In unseren Zellen gibt es kleine Kraftwerke, die man Mitochondrien nennt. Die DNA dieser Mitochondrien erfährt ebenfalls Mutationen. Das Resultat sind zum Beispiel brüchige Knochen (Osteoporose). Lösung: Aktuell ist keine Reparatur von außen angedacht, sondern die Vermeidung von starken Schäden an der DNA. Dazu sollen die Gene in den Zellkern verlagert werden. Dort sind sie weniger anfällig für freie Radikale und die DNA-Reparatur wäre dort effektiver. Details zu MitoSENS.

Quellen und weitere Informationen:

  • http://www.sens.org/research/introduction-to-sens-research
  • http://de.wikipedia.org/wiki/SENS_Foundation
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Strategies_for_Engineered_Negligible_Senescence

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